Reichweite Astra electric

  • Der Strömungswiderstand steigt quadratisch zur Geschwindigkeit - das ist natürlich klar. Allerdings wird durch die höhere Fahrleistung bei höheren Geschwindigkeiten mehr Abwärme bei der Batterie entstehen, die die Wärmepumpe nutzen kann. Das wird sich positiv dahingehend auswirken. Mich interessiert hier aber wie viel dieser positive Effekt ausmacht, eventuell (vermutlich) ist er vernachlässigbar klein. Zusätzlich sinkt die Zeit für die die Fahrgastzelle geheizt werden muss. Liegt wohl in meiner Natur als Maschinenbauingenieur alles zu messen und zu berechnen, das ich finde :D.

    Astra L Electric Ultimate in Blau mit nachgerüsteter Anhängerkupplung für den Fahrradtransport

  • Hihi, das geht mit als Elektrotechnik Ingenieur ganz genauso. Auf längeren Autobahn Strecken fährt der mit etwas mehr als Sommer Verbrauch auch im Winter, also wird das einiges an Wärme entstehen. Es gibt so ein YT Video mit Winter Verbrauchstest das ist zwar bissl albern, dass die sich über 30kWh bei 150km/h wundern, aber das eigentlich interessante ist, dass er dann am Schnelllader trotz Schnee mit 100kW los legt. Also muss der Akku ordentlich warm sein. Laut Doku wird er nur unterhalb von -5 Grad beim Laden aktiv (über den Wassererhitzer) geheizt, ansonsten ist er mit dem Motor und dem Wechselrichter in einem Kreislauf, der auch Wärme an den Heizkreislauf abgeben kann.

    Aber klar, alleine der Motor hat ja um die 90...93% Wirkungsgrad. Bei 120 braucht man um die 22kW Dauerleistung, also werden mindestens 1.5kW dauerhaft als Verlust abgegeben. Daraus kann die Wärmepumpe schon einiges für den Innenraum rausholen, selbst wenn sie vielleicht nur einen COP von 2 hat.


    Schau mal im Going Electric Forum, da gibt's vom Mokka die Dokus über die Akkuheizung, Motorkühlung und Klimaanlage. Die ist nahezu identisch zum Astra. Sehr interessant für Ingenieure

    Gruß, Christian

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    Astra L Electric GS Ultimate, kobaltblau, mit fast alles drin: Intellidrive 2.0, Matrix LED, Head Up Display, Schiebedach und und und

    EZ 07/23 als Vorführwagen; meiner seit 02/25

  • Lohnt es sich, im Winter auf der Autobahn schneller zu fahren?

    Hallo in die Runde, wie haltet ihr das? Wir fahren im Sommer mit ca. 14-15kWh/100km auf der Autobahn, im Winter sind es 18-20kWh (ca. +30%). Streckenlänge ist 35km, Tempo ca 120 km/h.

    Wäre es sparsamer, schneller zu fahren (Mehrverbrauch), damit die Fahrt kürzer ist und dadurch die Heizung weniger verbraucht? Oder umgekehrt - spart es überhaupt Strom, mit Heizung 100 anstatt 120 zu fahren?

    // Fritz

  • Das wirst du wohl probieren müssen. Der meiste Zusatzstrom geht zu Beginn drauf für das Aufheizen. 30% mehr ist völlig im Rahmen. Man muss ja auch bedenken, dass im Winter die nutzbare Kapazität der Batterie sinkt. Das macht auch einiges aus.

    Du könntest mal probieren, die ersten km auf ECO zu fahren, und wenn der Antrieb dann Wärme entwickelt hat, auf Normal zu gehen, das könnte was bringen. Ist allerdings dann halt zu Beginn recht frisch.

    Gruß, Christian

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  • Wenn die Batterie kalt ist, wird sie immer aufgeheizt, das verbraucht am meisten. Da kann man nichts sparen, den Strom verbrauchst du auch, wenn du direkt vorher das Auto lädst. Es ist auch nicht besonders gut mit einer kalten Batterie zu fahren.

    Wenn du natürlich 100 statt 130 fährst, hast du weniger verbrauch. Und bei 35 km Strecke wirst du kaum Zeitverlust haben.

    Ich hatte beim Mokka-e den Fall, dass ich mich im Winter entscheiden musste, 2,5 Stunden mit 100 km/h fahren ohne zwischenladen. Oder 5 Minuten schneller sein 120 km/h fahren und mit zwischenladen.

    Astra GS

    Elektromotor 115 kW (156 PS) Automatik-Elektroantrieb

    Kardio Rot (Metallic) - Dach schwarz

    Tech-Paket GS - Sicherheitsnetz für Gepäckraum

    Leichtmetallräder 18" 5 Speichen Design in Diamond Cut/Schwarz mit Rad­speichenclips in Anthrazit mit Allwetterreifen

  • Mir ging es bei der Frage darum, ob die Fahrt bei Tempo 100 in der Summe (geringerer Verbrauch des Motors, aber längere Laufzeit der Heizung) gegenüber Tempo 120 sinnvoll ist oder vielleicht sogar mehr verbraucht.

  • Wenn die Batterie kalt ist, wird sie immer aufgeheizt, das verbraucht am meisten

    Laut Doku nicht. Da wird nur beim Laden unter -5 Grad Batterietemperatur aktiv über den Wasserheizer geheizt. Ansonsten ist sie nur mit Motor und Wechselrichter in einem Kreislauf und der Kreislauf gibt je nach Temperatur auch Wärme an die Wärmepumpe ab.

    Ich hab das auch über OBD mal geschaut, bei 3 Grad gefahren, die Batterietemperatur stieg nur sehr langsam, nix mit schneller Konditionierung, obwohl es technisch ginge, die beiden Kreisläufe können direkt gekoppelt werden. Bei Überland und Autobahn heizt sich der Akku aber durch die Stromentnahme gut auf, beim Laden sowieso.

    Am meisten Strom im Wärmemanagement braucht der PTC Heizer direkt vor dem Innenraum-Lüfter.

    Gruß, Christian

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    EZ 07/23 als Vorführwagen; meiner seit 02/25

  • Zum Jahresende noch ein Update über unseren Verbrauch:

    Im Schnitt (Seit Februar, 9200km gefahren, viel Stadt und Überland, Urlaub, ein paar mal zu den Eltern) 16,2kWh/100km netto, also laut Trip Anzeige. 18.44kWh/100km brutto incl. Ladeverluste und über alle Ladungen hinweg. Dabei waren bisher 261kWh am HPC und 1427kWh an der heimischen Wallbox. Die Ladeverluste betragen also im Mittel 13,8%. Meine Kosten (nur Energie) im Schnitt bei 6,54€/100km. Das ist die Hälfte dessen, was der Astra J ST vorher gebraucht hat. Wir sind zufrieden.

    Gruß, Christian

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  • Lohnt es sich, im Winter auf der Autobahn schneller zu fahren?

    Hallo in die Runde, wie haltet ihr das? Wir fahren im Sommer mit ca. 14-15kWh/100km auf der Autobahn, im Winter sind es 18-20kWh (ca. +30%). Streckenlänge ist 35km, Tempo ca 120 km/h.

    Wäre es sparsamer, schneller zu fahren (Mehrverbrauch), damit die Fahrt kürzer ist und dadurch die Heizung weniger verbraucht? Oder umgekehrt - spart es überhaupt Strom, mit Heizung 100 anstatt 120 zu fahren?

    // Fritz

    Hallo Fritz,

    wenn wir mal Mehrverbrauch durch Winterreifen, "dichtere Luft", häufig nasse Straßen, ... weg lassen, dann läuft Deine Heizung mit 4-5 kW (Differenz Deiner Verbräuche Winter vs. Sommer). Anfangs wird sie mehr benötigen, um den Innenraum aufzuheizen. Auf der Autobahn benötigt Deine Heizung vermutlich "nur" noch 3 kW - eher noch weniger.

    Der Luftwiderstand steigt aber exponential mit der Geschwindigkeit und der Mehraufwand an Fahrenergie 100 km/h vs. 120 km/h dürfte bei ca. 5-6 kW liegen. Das sind mindestens 2 kW mehr als die Heizung braucht. Das holt man über die kürzere Fahrzeit leider nicht mehr herein. Hier sind einige Grafiken zu dem Thema: https://share.google/XGM6LEL9LlOOZj9rM

    Vor Jahren fuhr ich einen Nissan Leaf. Bei dem konnte ich während der Fahrt alles mögliche mitprotokollieren (Gesamtenergie, Heiz-/Klimaenergie, Geschwindigkeit, ...). Damit versuchte ich die optimalen Geschwindigkeiten abhängig vom Heizverbrauch zu finden.

    Ich fand jetzt die Dateien von damals nicht mehr, deshalb ist folgendes nur aus dem Gedächtnis. Jedenfalss war das Ergebnis recht ernüchternd:

    • Ohne Heizung/Klima war das Optimum irgendwo bei 50-60 km/h. (Ja, noch langsamer war auch nicht gut, da Anzeige, Fahrlicht, Steuergeräte, etc. auch Strom verbrauchen. Ca. 0,5 kW)
    • Mit Heizung verschob sich das Optimum um weniger als 10 km/h nach oben.

    D. h. den von dir beschriebenen Effekt von weniger Verbrauch bei höherer Geschwindigkeit mit Heizung gibt es. Der ist aber eher gering und greift nur bei niedrigen Geschwindigkeiten wie z.B. im Stadtverkehr.

    Pauschal würde ich sagen: Außerhalb geschlossener Ortschaften steigt der Verbrauch immer mit zunehmender Geschwindigkeit an - egal ob mit oder ohne Heizung.

    Viele Grüße

    Tom