Beiträge von Doerrby

    Was mich am Astra nervt?

    - der Blinkerton!! Das ist mir als allererstes negativ bei der Probefahrt aufgefallen, aber nachdem alles andere passte, muss ich da eben durch.

    - immer wieder irgendwelche Elektronik-Fehler (einmal ist er mir sogar liegen geblieben!)

    - Drive Mode Eco nicht dauerhaft einstellbar (B brauche ich nicht, das kriege ich auch mit vorsichtigem Fußbremsen hin)

    - die Einstiegskante ist zu hoch, da knalle ich jedes Mal mit dem Fuß dran

    - Heckscheibenwischer zu kurz, das gewischte Sichtfeld ist zu klein (hatte letztens einen Mokka als Werkstattwagen, da war's besser)

    - Scheibenwaschwasser tropft beim Fahren auf die Fahrer-Seitenscheibe und den Außenspiegel, bildet Streifen/Flecken, verschlechtert die Sicht


    Fairerweise sollte ich aber auch gegenüberstellen, was mir gut gefällt:

    - Lenkrad leichtgängig

    - kleiner Wendekreis

    - Außenspiegel klappen beim Rückwärtsfahren etwas nach unten (an-/ausschaltbar)

    - Fensterheber 2-stufig: (1.) schließt/öffnet solange man zieht/drückt ; (2.) automatisch ganz auf/zu

    - Parkscheibe fliegt nicht beim Anfahren runter (bleibt zwischen Armaturenbrett und Windschutzscheibe)

    - Wischwasser spritzt aus dem Wischarm direkt vor die Wischblätter (schneller und gründlicher sauber)

    - Frontscheibenheizung

    - angenehmer Sitzkomfort

    - intuitiv bedienbares Navi

    - mehrere Ablagen in der Mittelkonsole, alle mit Schiebedeckel/Klappe schließbar

    - Kofferraum: vernünftige Größe (geht aber zu Lasten der zweiten Sitzreihe)

    - 12V-Batterie gut zugänglich

    Und als Neu-Elektrofahrer natürlich:

    - sehr leise, fast kein Mototrgeräusch

    - ruckfreies Beschleunigen (keine Gangwechsel)


    ... und er sieht einfach gut aus!

    Warum Astra Electric?


    Astra: Ich hatte einen Kadett D (92-98) und einen Astra G (02-09) und war immer von der Zuverlässigkeit begeistert. Als ich nach 14 Jahren Toyota Yaris (im Gegensatz zum Corsa ein anständiger Kleinwagen!) wieder auf Suche ging, hat mich einfach das Aussehen des Astra total geflasht. War wohl etwas naiv, weiter von der Opel-Zuverlässigkeit auszugehen, der ist mir schon bei 20.000 km liegen geblieben. Auf der anderen Seite hat er einige nette Features, die das Fahren angenehmer machen.


    Electric: Man hört und liest ja immer viele Meinungen pro Verbrenner, andere pro Elektro. Ich wollte einfach eigene Erfahrungen sammeln. Vor allem das leise und ruckfreie Fahren (kein Gang-Wechsel) finde ich sehr angenehm. Die Überlegung, evtl. einen Hybrid zu fahren, habe ich wegen einiger Berichte über erhöhte Reparatur-Anfälligkeit bei zwei Motoren verworfen.

    Ich meinte schon längere Strecken, ich pendle jeden Tag 2x 60 km. Dass bei Kurzstrecken der Verbrauch höher ist, ist klar, wobei: im Sommer, wenn nicht die Batterie geheizt wird, ist das gar nicht so viel mehr.

    Sollte auch kein Gemecker sein, der größere Sommer-Winter-Unterschied ist eben so eine Sache, die auffällt, wenn man umsteigt. Natürlich ist das allgemein bekannt, aber wenn man's dann sozusagen schwarz auf weiß sieht...

    Was aber beim Händler tatsächlich nicht erwähnt wird, ist, dass es Ladeverluste gibt, bei mir ca. 14%, d.h. von 7 kWh aus der Wallbox kommen nur 6 in der Batterie an, und von diesen 6 kWh werden die Verbrauchswerte berechnet. Natürlich sind Ladeverluste für einen PV-Anlagen-Besitzer auch nichts neues.


    Frage zu den Ladestopps: Wird der Akku nicht auch durch das Fahren heiß? Dann sollte er nach 200 - 300 km schon beim ersten Ladestopp optimal vortemperiert sein. Falls nicht, dann müsste er doch bis zum zweiten Ladestopp wieder abgekühlt sein, oder wo liegt mein Denkfehler?

    Was mich als Neuling in Sachen Elektro ziemlich überrascht hat (auch wenn nachvollziehbar), ist der extreme Verbrauchsunterschied zwischen Sommer und Winter. Trotz Eco-Mode und Heizung nur auf Stufe 1 komme ich im Winter nicht unter 16 kWh/100. Im Sommer im Lkw-Verkehr mitschwimmend war ich schonmal unter 11 kWh/100. Zugegeben: Fahrspaß ist was anderes...

    Mein Eindruck ist auch, dass die Heizung im Winter deutlich mehr Strom braucht als die Klimaanlage im Sommer.

    Was man auch wissen sollte: Das Schnellladen ist auch stark temperatur-abhängig. Während ich im Sommer am Anfang schonmal über 100 kW hatte, komme ich im Winter kaum über 60 kW hinaus.

    Wenn die Ladeanzeige auf 12% sinkt, kommt auch eine Warnmeldung "Batterie-Ladezustand niedrig", die alle 5 km wiederholt wird.

    Etwa bei dem Ladezustand beginnt die Maximalleistung zu sinken. Nach meiner Beobachtung tut sie das kontinuierlich, d.h. mit jedem Prozent weniger wird der Astra immer schwächer, was bei 2% und starkem Anstieg schon problematisch werden könnte, während man bei 90 km/h auf ebener Autobahn lange nichts davon merkt.

    Ob es unter 2% entsprechend weiter geht, oder es doch irgendwann eine "Stufe" gibt, wo er von einem Moment auf den anderen zur Schildkröte wird, habe ich mich noch nicht getraut auszuprobieren. Dazu bräuchte ich eine Art Ersatzkanister-Akku. Gibt's so was eigentlich?

    Eine solche Erfahrung (#1) hatte ich im Oktober auch machen müssen, allerdings fuhr mein Astra anschließend (nach aussteigen, absperren, Neustart) nur "holpernd", so dass ich ihn tatsächlich zur Werkstatt abschleppen ließ, aus Angst, sonst größere Schäden anzurichten.

    Am Tag danach (Sonntag) holperte er immer noch, in der folgenden Woche hatte ihn der Meister untersucht und nichts gefunden. Bei einer Probefahrt fuhr er tatsächlich wieder ganz normal.


    Das war nur der extremste von ganz vielen Elektronik-Fehlern, die auftreten

    - ohne Vorwarnung

    - meist ohne erkennbaren Anlass

    - ohne erkennbare Regelmäßigkeit

    und die nicht reproduzierbar sind.


    Es ist auch immer etwas anderes, so dass ich das meiste, was ich in den Astra-Foren gelesen habe, selbst auch schon erlebt habe, z.B.

    - Display dunkel geblieben

    - Zähler "eingefroren"

    - System-Neustart während der Fahrt

    - Meldung "Fehler Elektroantrieb"


    Den Trick mit dem Abklemmen der 12V-Batterie kannte ich damals leider noch nicht...


    Das Fehlerauslesen ist offenbar auch eine Wissenschaft für sich. Letztens hat mir ein Werkstatt-Mitarbeiter mal gezeigt, wie das aussieht: ganz viele Menüs und Untermenüs zu verschiedenen Fehlerbereichen, wo man sich durchklicken muss, manchmal auch nicht ganz logisch, und anscheinend nicht nach Datum und Uhrzeit sortierbar, so dass man den Fehler anhand des Zeitpunktes identifizieren könnte.